Sportlich durch den Winter

„Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“ – ein altbekanntes Sprichwort das sich meine beiden Mädchen zu Herzen genommen haben. Sowohl groß als auch klein lieben Pferde über alles und beschäftigen sich in allen möglichen Facetten mit diesen großen und freundlichen Tieren: Sie galoppieren, wiehern, funktionieren den  grünen Teppichboden zur Koppel um und pflastern die Küchenwand mit Pferde-Kunstwerken voll.  Seit wir regelmäßig zum Voltigier-Unterricht gehen, verstärkt sich die Begeisterung noch mehr.  Um die sportlichen Übungen am Rücken der Pferde auszuführen, ist bequeme Kleidung Voraussetzung. Neben Leggins von der Stange finden wir selbstgenähte Turnhosen ideal.

Sportliche Hosen sind schnell genäht und können durch die richtige Wahl des Stoffes zu allen Jahreszeiten getragen werden. Für die Hose, die auch in kommenden Winter schön wärmen soll, habe ich diesmal einen kuscheligen Fleece-Stoff gewählt, der mit dem Pusteblumen-Motiv sowohl Mama als auch Kind gut gefällt.

Als Schnittmuster verwende ich die Hose aus dem Buch „Nähen mit Jersey“ von klimperklein – das Buch mit vielen weiteren tollen Basic-Teilen ist z.B. hier bei Thalia erhältlich. Es enthält zahlreiche Schnittmuster für Kinder in den Größen 104 – 170. Unsere Hose besteht aus nur einem Schnittteil, das in doppelter Lage zugeschnitten wird . Die beiden Stoffteile stellen die späteren Hosenbeine dar – die innere Naht wird je Bein gemacht.

Tipp: Da meine Große sehr schlank ist, passe ich die Schnittmuster für Hosen immer an – ich wähle dabei eine kleinere Größe vom Schnittmusterbogen und verlängere das Schnittteil auf die gewünschte Länge. Das Anpassen von Schnittmustern ist eine Wissenschaft für sich aber bei Turnhosen darf man sich ruhig drüber trauen.      

Die beiden Hosenbeine stecke ich nun rechts auf rechts ineinander und verschließe die Schrittnaht. Nach dem Wenden ist die Hose bereits erkennbar. Nun fehlen nur noch die Bündchen an Bauch und Beinen – die notwendige Länge des Bündchen kann selbst errechnet werden, indem die Breite der Hosenbeinöffnung mit 0,7 multipliziert wird. Bei der Höhe des Bündchens gilt wie so oft: Erlaubt ist, was einem gefällt! Bei den Beinen hat sich bei mir eine Höhe von 10 cm bewährt, beim Bauch schneide ich bei sportlicheren Hosen gern 14 cm zu, damit das Bündchen nicht einschneidet und vor allem auch immer kuschelig warm hält. 

Die zugeschnittenen Bündchenteile werden zu einem Ring geschlossen und in der Höhe mittig gefaltet. So erhalten wir eine Höhe von 5 cm bei den Beinen bzw. 7 cm beim Bauch. An der noch offenen Seite des Bündchens verteile ich gleichmäßig 4 Stecknadeln und markiere mir damit jeweils ein Viertel der Länge. Ebenso markiere ich die Vierteln an Bauch- und Beinöffnungen. Das hilft beim späteren Anstecken der Bündchen an das Schnittteil: Nachdem das Bündchen in der Länge wesentlich kürzer als das Schnittteil ist, wäre eine gleichmäßige Aufteilung ohne Markierung recht umständlich (s.a. Bild unten). Durch das Vierteln können nun Bündchen und Schnittteil simpel jeweils bei den Stecknadeln festgesteckt werden – achtet dabei darauf, dass die Nähte von Bündchen und Hose aufeinander treffen.        

Die Bündchen können nun mit der normalen Nähmaschine oder mit der Overlock festgenäht werden. Dabei darf nur das Bündchen nicht aber der Stoff der Hose gedehnt werden. 

Tipp: Wird mit der Overlock genäht, kann die Naht nicht so wie bei der normalen Nähmaschine sofort gesichert werden. Hier ist es in einem eigenen Arbeitsschritt notwendig, die Fadenraupe durch die erstellte Naht zu ziehen und somit ein Auflösen der Naht zu verhindern. Beim Sichern der Fadenraupe hilft eine Stopfnadel mit großem Nadelöhr immens: Steckt die Nadel schon durch die Naht und fädelt dann erst die Raupe ein. Dadurch kann die Fadenraupe auch recht kurz abgeschnitten und trotzdem noch gesichert werden.       

Sind alle drei Bündchenteile angenäht und gesichert, ist die Hose auch schon bereit für alle Abenteuer – hoch zu Ross oder auch zu ebener Erd‘!

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